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21.09.2018, 10:33 Uhr

Paul Ziemiak besuchte JU Witten

Der Bundesvorsitzende folgte der Einladung zum Thema „Heimat“ und erzählte von Kindheitserinnerungen aus Witten

Am Donnerstag, den 20.09.18, hielt die Junge Union eine Veranstaltung ab zum Thema „Heimat in Zeiten der Globalisierung“. Als Gast war kein geringerer geladen als der Bundesvorsitzende der Jungen Union Deutschlands, Paul Ziemiak. Lebhaft und mit Inhalten zog der die Besucher, welche trotz des frühen Beginns um 17:00 Uhr zahlreich erschienen waren, in seinen Bann.

Gruppenbild mit Paul Ziemiak
Witten -

Bevor er seinen Platz auf dem Podium einnahm, ließ er es sich nicht nehmen, alle anwesenden Gäste mit Händedruck zu begrüßen. Anschließend nahm er Platz an der Seite von Ralf Brauksiepe, heimischer CDU-Bundestagsabgeordneter und Patientenbeauftragter, welcher ebenfalls zu Gast war.

Mit seiner offenen Art überzeugte er von der ersten Minute an das Publikum, überwiegend Mitglieder der Junge Union, aber auch einige Ältere. Paul, so wie jeder ihn nennen darf, nahm kein Blatt vor den Mund und redete offen 75 Minuten lang. Sowohl zum Thema, als auch über aktuelle Ereignisse, z. B. Thema Maaßen- auch er kann nicht immer alles nachvollziehen, was tagtäglich entschieden wird. „Die Leute wollen nicht, dass wir uns mit uns nur mit uns selbst beschäftigen und viel mehr ist seit den Neuwahlen nicht geschehen.“

Paul zeigte kurz seinen Weg auf, vom Spätaussiedler, welcher mit seiner Familie aus Stettin kommend über Friedland schließlich in einem Aussiedlerlager in Unna-Massen landete und in Iserlohn am Ende seine Heimat fand, zum Mitglied des CDU-Bundesvorstandes, welchem er nun angehört.

Seinen Eltern, beides Ärzte, verdankt er auch Kindheitserinnerungen an Witten. Bei dem regelmäßigen Besuch von Bekannten, welche hier in der Ruhrstadt lebten, fiel er als Kind von der Rutsche. Die Platzwunde wurde jedoch von seiner Mutter gut versorgt, sodass er keine Schäden davontrug. Später, als Teenie, kaufte er sich seine erste CD der Band Caught in the Act und war dann sogar auf einem Konzert in der Husemannhalle zu Gast.

Auch wenn er zweisprachig erzogen wurde, was er den Anwesenden mehrfach präsentierte, und heute Berichterstatter für Polen im Bundestag ist: Heimat, das ist für ihn ausschließlich Iserlohn, NRW und Deutschland. „Denn daran habe ich Erinnerungen, wie ich als Kind aufgewachsen bin!“ so Paul. Er selbst ging in einen katholischen Kindergarten und bekam dort entsprechende Werte vermittelt, wie auch die Sprache, „Die Deutsche Sprache ist der erste und wichtigste Schritt zur Integration!“. Und so erzählte er auch von vielen polnischen Freunden, mit denen er sich früher schon umgab, jedoch war eines sicher: „Wir sprachen untereinander immer Deutsch, etwas anderes wäre uns gar nicht in den Sinn gekommen.“, so Paul weiter.

Auch gab es damals polnische Gemeinden, welche gemeinsam die Messe feierten. Aber eines war klar: „Wir wären nie auf die Idee gekommen, rot-weiße Fahnen mit dem polnischen Adler an unsere Kirchen zu hängen!“. Integration benötige eine Gesellschaft, welche Identifikationspunkte hat, „denn das macht uns aus.“ Und Integration bedeute bis zu einem gewissen Grad nun einmal auch Anpassung.

Auch zu anderen Themen bezog er offen Stellung. Thema Einwanderungsgesetz. Es gäbe noch viele Punkte, welche man bearbeiten und bei denen man sich auch mit dem Koalitionspartner einigen müsse, so Paul. Thema Islamgesetz: Ein Islamgesetz sieht er kritisch, da man zu viele Dinge in diesem Gesetz regeln müsse und das sehr umfangreich sei.

Paul erzählte aus dem Bundestag „Wir haben dort eine schwarz-weiß-Malerei. Die Linken sagen: Macht die Grenzen auf, dann wird alles besser, alle können kommen. Die AFD: Macht die Grenzen zu, rutschen auf der Maus aus und schreiben dann schießen!“, hatte aber auch ein Auge dafür, was falsch läuft: So werden beispielsweise Familien von Schulschwänzern heutzutage erst mit Briefen, in denen Bußgelder angeordnet werden, überhäuft, bevor nach ein paar Monaten dann die Polizei die Kinder endlich zur Schule hole. Andersherum sollte es laufen, der Staat müsse an manchen Punkten wieder stärker durchgreifen, damit Probleme nicht entstehen bzw. wieder zurückgehen.